Erfahrungsbericht

Medigo Hausnotruf Erfahrungen: unser Alltag mit dem HOME & GO

Von Ursula Barth, zuletzt aktualisiert im September 2026

Angefangen hat alles an einem Dienstag im Januar. Meine Mutter Helga, damals 81, ist im Bad ausgerutscht und lag gut vierzig Minuten auf den Fliesen, bis sie es allein wieder auf den Hocker geschafft hat. Das Telefon lag im Flur. Sie hat mir davon erst drei Tage später erzählt, weil sie mich nicht beunruhigen wollte. Genau das ist der Satz, den ich seitdem nicht mehr aus dem Kopf bekomme.

Wir haben danach ziemlich planlos angefangen zu suchen. Sehr viele Anbieter, sehr viele Prospekte, und in fast allen steht dasselbe. Was mir gefehlt hat, war ein Bericht von jemandem, der so ein Gerät wirklich in der Wohnung stehen hat. Deshalb schreibe ich das hier auf.

Warum es am Ende das Medigo HOME & GO wurde

Meine Mutter ist nicht gebrechlich. Sie geht jeden Vormittag zum Bäcker, im Sommer sitzt sie im Garten der Nachbarin, einmal die Woche fährt sie mit dem Bus zum Markt. Ein Gerät, das nur in der Wohnung funktioniert, hätte genau die Situationen nicht abgedeckt, vor denen ich Angst hatte. Bei Medigo gibt es zwei Varianten. Das HOME ist der Klassiker für zuhause, das HOME & GO hat zusätzlich ein kleines Mobilteil für unterwegs, das im Notfall per GPS geortet werden kann. Für uns war das der ausschlaggebende Punkt.

Ehrlich gesagt hat auch die Testphase geholfen. Vier Wochen ausprobieren mit Geld zurück Garantie klang nach einem überschaubaren Risiko, gerade weil meine Mutter anfangs überhaupt nicht begeistert war. Ihr Satz dazu: „Ich bin doch kein Pflegefall.“

Bestellung und Lieferung

Bestellt haben wir telefonisch, weil meine Mutter beim Gespräch dabei sein wollte. Die Beraterin hat sich Zeit genommen und nichts verkauft, was wir nicht gebraucht hätten. Das Paket kam nach drei Tagen, ohne Versandkosten. Drin war die Basisstation, der Notrufknopf mit Armband und Halskette und das Mobilteil. Beides lag als Set bei, wir mussten also nicht zwischen Handgelenk und Kette wählen. Meine Mutter trägt inzwischen das Armband, die Kette hat sie nach zwei Tagen weggelegt.

Die Einrichtung dauerte keine zwanzig Minuten

Das hatte ich mir deutlich komplizierter vorgestellt. Die Basisstation kommt vorbereitet an, sie wird in eine normale Steckdose gesteckt und meldet sich selbst an. Eine SIM Karte ist eingebaut, deshalb braucht man weder Internet noch einen Telefonanschluss. Das war für uns praktisch, weil meine Mutter ihren Festnetzanschluss vor Jahren gekündigt hat und mit dem Wort Router bis heute nichts anfangen kann.

Wir haben danach einen Probealarm ausgelöst. Nach wenigen Sekunden meldete sich eine Frauenstimme über den Lautsprecher, gut verständlich, obwohl meine Mutter zwei Zimmer weiter stand. Genau das war der Moment, in dem ihre Skepsis gekippt ist.

Der Notrufknopf im Alltag

Der Knopf ist wasserdicht, das ist kein Marketingsatz, sondern der eigentliche Grund für das Gerät. Die meisten Stürze passieren im Bad, und ein Notrufknopf, den man vorher ablegen muss, nützt dort niemandem. Meine Mutter duscht damit, spült damit, gießt damit die Blumen. Die Batterie hält laut Hersteller über fünf Jahre, nach anderthalb Jahren gab es bei uns bisher keinerlei Hinweis auf einen Wechsel.

Was ich nicht erwartet hatte: Sie legt den Knopf inzwischen nachts neben das Bett, nicht ins Bad. Ihre Begründung ist einleuchtend. Aufstehen in der Nacht sei das Riskanteste, was sie am Tag macht.

Das Mobilteil, die eigentliche Überraschung

Ich hatte damit gerechnet, dass das Mobilteil in der Schublade landet. Tatsächlich hat es aber ihren Aktionsradius eher vergrößert. Sie nimmt es in der Jackentasche mit, wenn sie zum Friedhof geht, und seit dem Frühjahr fährt sie wieder allein mit dem Bus nach Fürstenfeldbruck. Das Ding ist klein, hat Mikrofon und Lautsprecher und hält bei ihr knapp zwei Tage ohne Aufladen. Wir haben die Ladeschale in die Küche gestellt, direkt neben die Kaffeemaschine, damit das Aufladen zur Gewohnheit wird. Dieser kleine Trick war wichtiger als jede Bedienungsanleitung.

Im Notfall kann die Notrufzentrale das Mobilteil per GPS orten. Getestet haben wir das bewusst einmal, nach Absprache mit der Zentrale, damit wir wissen, dass es funktioniert. Die Position stimmte auf die Straße genau.

Der erste echte Notruf

Im Oktober kam der Anruf, auf den man sich nie vorbereitet fühlt. Meine Mutter war beim Fensterputzen vom Hocker gestiegen, umgeknickt und gestürzt, Schulter voran. Sie hat den Knopf gedrückt, die Zentrale war sofort dran, hat mit ihr gesprochen und parallel meinen Bruder angerufen, der acht Minuten entfernt wohnt. Weil klar war, dass sie nicht allein aufstehen kann, wurde zusätzlich der Rettungsdienst geschickt.

Was dabei geholfen hat: Im Notfallplan, den wir vorher ausgefüllt hatten, standen ihre Medikamente, die Herzgeschichte von 2019 und die Telefonnummern von uns Kindern. Diese Informationen hatte der Rettungsdienst, bevor er da war. Es war eine Prellung, kein Bruch. Trotzdem war das der Tag, an dem sich die monatlichen Kosten für uns endgültig erledigt hatten als Diskussionsthema.

Die App für Angehörige

Die App ist kostenlos und für mich das ruhigere Gewissen. Ich bekomme eine Meldung, wenn ein Notruf ausgelöst wurde, und sehe, dass die Zentrale sich kümmert. Ich möchte klar sagen, dass das keine Überwachung ist. Ich sehe nicht, wo meine Mutter gerade ist, und das wäre auch nicht in ihrem Sinn. Genau diese Grenze war ihr bei der Entscheidung wichtig.

Der Schlüsseltresor

Wir haben zusätzlich einen kleinen Schlüsseltresor bestellt. Er hängt neben der Haustür, darin liegt ein Ersatzschlüssel, geöffnet wird er über einen Zahlencode, den die Zentrale kennt. Das kostet extra, erspart im Ernstfall aber eine aufgebrochene Wohnungstür. Für uns war das die vernünftigste Zusatzausgabe von allen.

Mein Fazit nach über einem Jahr

Meine Medigo Hausnotruf Erfahrungen sind gut, und das schreibe ich als jemand, der anfangs mit einer Portion Misstrauen an die Sache herangegangen ist. Die Technik läuft unauffällig, die Zentrale war in der einen Situation, die zählte, schnell und ruhig, und das Mobilteil hat meiner Mutter Bewegungsfreiheit zurückgegeben statt sie einzuschränken.

Wer überwiegend zuhause ist, braucht das Mobilteil vermutlich nicht und ist mit dem günstigeren HOME gut bedient. Wer wie meine Mutter noch viel unterwegs ist, sollte über das HOME & GO nachdenken. Das ist meine persönliche Meinung aus einem einzigen Haushalt und ersetzt keine Beratung. Aber genau so einen Bericht hätte ich damals gern gelesen.